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Zehn Jahre Lenkungskreis

Zehn Jahre Lenkungskreis „Krisenprävention / -intervention an Schulen im Kreis Borken“  

Bilanzsitzung mit Landrat Dr. Kai Zwicker

Die in der Vergangenheit aufgetretenen Fälle von schwerer zielgerichteter Gewalt an deutschen Schulen, insbesondere der Amoklauf eines Schülers in Emsdetten, führten in NRW zu Maßnahmen von Innenministerium und Schulministerium, um Polizei und Schulen auf solche Ereignisse vorzubereiten sowie Maßnahmen der Vorbeugung zu entwickeln. Im Kreis Borken wurde frühzeitig erkannt, dass solche präventiven Maßnahmen und auch Interventionen zwischen den verschiedenen Akteuren und Institutionen abgestimmt werden sollten. Aus diesem Grund setzte Landrat Dr. Kai Zwicker 2010 einen Lenkungskreis „Krisenprävention / - Intervention an Schulen des Kreises Borken“ ein. Das Gremium sollte die Initiativen von Schulaufsicht, Polizei und Schulpsychologie zu einer noch effektiveren Arbeit zusammenführen.  

Das zehnjährige Bestehen war nun Anlass zu einer erneuten Bilanzsitzung im Borkener Kreishaus. Landrat Dr. Zwicker, Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster und Regierungsschuldirektor Guido Fleige, zuständiger Dezernent bei der Bezirksregierung, wurden durch die Mitglieder des Lenkungskreises über die Arbeit und Entwicklungen der letzten Jahre informiert. Schulpsychologin Kristina Timm, der die Geschäftsführung des Lenkungskreises obliegt, stellte zu Beginn der Sitzung die Zielsetzungen und Aktivitäten des Lenkungskreises vor. Zunächst sei es darum gegangen, die verschiedenen Herangehensweisen von Polizei, Schulaufsicht und Schulpsychologie abzugleichen und ein gemeinsames Handlungskonzept zur Krisenvermeidung und zur Krisenintervention zu formulieren. Ergebnis ist der Leitfaden „Krisenprävention und Intervention“, der im Jahr 2019 in dritter Auflage an alle Schulen des Kreises verteilt wurde.  

Der Lenkungskreis hat auf dieser Basis zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen für die innerschulischen Teams für Beratung, Gewaltprävention und Krisenintervention durchgeführt und die Zusammenarbeit mit Jugendhilfe und anderen Institutionen gesucht.  Ziel sei es, in den Schulen eine „Kultur des Hinsehens“ weiter zu entwickeln, betonte Timm. Die Arbeit im Lenkungskreis habe dazu geführt, dass Polizei, Schulpsychologie und Schulaufsicht im einzelnen Krisenfall sehr eng zusammengearbeitet hätten, um in solchen Fällen Schulen abgestimmt zu beraten oder handeln zu können. Erörtert wurden auch neuere Entwicklungen. So beschäftigt sich der Lenkungskreis aktuell auch mit religiösem und politischem Extremismus und Gefährdungen durch sexuellen Missbrauch oder Kinderpornografie.  

Landrat Dr. Kai Zwicker lobte die Arbeit des Lenkungskreises: „Wir waren mit Gründung des Lenkungskreises Krisenprävention und-Intervention schon ein wenig in der Vorreiterrolle, denn dieses systematische Zusammenwirken unterschiedlicher Institutionen war neu und beispielhaft.“ Das bestätigte auch der leitende Polizeidirektor Bernd Schünke: Gewinnbringend sei die Zusammenführung der verschiedenen Sichtweisen von Psychologie, Pädagogik und Polizei zu den genannten Anlässen. Auch die Bezirksregierung zeigte sich äußerst zufrieden mit der Arbeit des Gremiums: „Wir freuen uns sehr, dass der Lenkungskreis unsere Ziele bei der Krisenvorbeugung und Krisenbewältigung an Schulen so effektiv unterstützt“, sagte Regierungsschuldirektor Fleige.  

Landrat Dr. Zwicker beauftragte den Lenkungskreis am Ende der Sitzung mit der Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit im Kreis Borken.  

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