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Start Beratungslehrerfortbildung

Corona bedingt startete der diesjährige einjährige Zertifikatskurs für angehende Beratungslehrkräfte als Präsenzveranstaltung mit großen Abständen zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Pandemie wirkte sich auch auf die Teilnehmerzahl aus: Der Kurs startete mit deutlich weniger Lehrkräften als gewohnt. Ein weiterer Grund ist aber erfreulich, denn der Kreis Borken ist flächendeckend mit Beratungslehrkräften versorgt. Die Regionale Schulberatungsstelle hat seit vielen Jahren jährliche Zertifikatskurse durchgeführt. Die Arbeit wird dennoch fortgeführt, um den Schulen zu ermöglichen, z.B. durch Pension ausscheidende Beratungslehrkräfte durch neu fortgebildete Lehrkräfte zu ersetzen.

Geleitet wird die Fortbildung von Schulpsychologin Kristina Timm und dem Schulpsychologen Philipp Deing. Zur Auftaktveranstaltung im Kreishaus wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Elisabeth Büning, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Schule, Kultur und Sport, begrüßt. Sie hob hervor, dass bereits viele Beratungslehrkräfte den Zertifikatskurs mit Erfolg absolviert hätten, sodass im Kreis Borken mittlerweile ein flächendeckendes Netzwerk von Beratungslehrkräften entstanden sei. Manfred Schumann vom Dezernat für Lehrerfortbildung der Bezirksregierung Münster begrüßte ebenfalls die angehenden Beratungslehrkräfte.

Ein Schwerpunkt der Fortbildung liegt in der Auseinandersetzung mit systemischem Denken und systemischer Beratungspraxis bei schulischen Problemstellungen. Dabei geht darum, Ursachen für Schulprobleme nicht allein Kindern und Jugendlichen zuzuschreiben, sondern zu verstehen, wie sie im Kontext von Familie und Schule einzuschätzen sind. Die angehenden Beratungslehrkräfte lernen, eine konstruktive Haltung einzunehmen, und bekommen zudem handfeste Strategien und erprobte Konzepte an die Hand, die ihnen als Leitlinien in den alltäglichen Routinen Sicherheit vermitteln können. Beratung in der Schule ist ein umfangreiches Feld, auf dem verschiedene Fachleute sowohl innerhalb als auch außerhalb der Schulen aktiv sind: Schulsozialarbeiter, Sonderpädagogen, Psychologen und Psychiater.

Beratungslehrkräfte übernehmen laut entsprechendem Runderlass dabei eine wichtige „Lotsenfunktion“, um vorhandene Netzwerke und Angebote zu nutzen, sowie entsprechende Beratungskompetenzen zu vermitteln. Sie werden bei ihrer Tätigkeit mit einer Vielzahl unterschiedlicher Beratungsanlässe wie beispielsweise Mobbing, Laufbahnfragen, Teilleistungsstörungen und Schulabsentismus konfrontiert und stehen sowohl den Jugendlichen und Eltern als auch Kolleginnen und Kollegen beratend zur Seite. Unterstützung darin finden sie auch nach der Fortbildung bei der Regionalen Schulberatungsstelle des Kreises Borken, die den Schulen im Kreis Borken mit vielfältigen Angeboten zur Seite steht.

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