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Schule - ein Schlachtfeld!?

Jahresbericht 2017 der Regionalen Schulberatungsstelle online

Der Jurist Michael Hofferbert ist spezialisiert  auf Beamtenrecht und vertritt Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler bei  Konflikten in der Schule. Seine langjährige  Erfahrung damit führt zu einem düsteren  Fazit:    „Wir streiten heute schon in der Grundschule um einzelne Noten. Wir streiten im Abitur darüber, was der Prüfer in der Prüfung gesagt hat. Wir streiten darüber: Ist die einzelne Arbeit zu Recht so bewertet worden? (…) Zu solchen Absurditäten kommt es, weil Eltern heute unter ungeheurem Druck stehen. Wenn das Kind die dritte, vierte Klasse besucht, machen sie sich schon Sorgen, es könnte das Abitur nicht mit einer Bestnote bestehen. Der absurde und für eine wohlhabende Gesellschaft skandalöse Numerus Clausus ist geradezu zur Naturgewalt geworden. Schule ist inzwischen  zu einem sinnlosen, reflexhaften Schlachtfeld  zwischen Eltern, Lehrern und Schülern geworden, auf dem alle nur verlieren können..."

Das sind Erfahrungen und Fallkonstellationen, die der Jurist mit der Schulpsychologie teilt: Sie sind i.d.R. mit schulischen Angelegenheiten konfrontiert, die nicht zufriedenstellend verlaufen, mit misslingender Kommunikation und unzureichenden Problemlösungen. Ihr Bild von Schule unterliegt daher der Gefahr einer systematischen Verzerrung zum Negativen. Schon für die eigene Psychohygiene der Schulberater ist es immer wieder notwendig, sich deutlich  zu machen, dass wir eher die Verzweiflung, Konflikte, Krisen und destruktiven Anteile  des Systems präsentiert bekommen und die gelingenden Anteile in unserer Arbeit naturgemäß außen vor bleiben. 

Die Regionale Schulberatungsstelle hat in diesem herausfordernden Umfeld ein arbeitsreiches Jahr 2017 bewältigt. Hervorzuheben aus den vielfältigen Tätigkeiten bei der Systemberatung sind:  

  • Der erneute Beginn eines einjährigen Zertifikatskurses für Beratungslehrkräfte   
  • Die Weiterqualifizierung von Beratungslehrkräften zu „Schülercoaches“
  • Die Einrichtung eines geschlossenen „Forums für Beratungslehrkräfte“
  • Die Schulung von Sonderpädagogen hinsichtlich ihrer Beratungskompetenzen
  • Die Mitarbeit bei der neu gegründeten Clearingstelle im Kreis Borken
  • Die Herausgabe neuer Handreichungen.   

Den Bericht können Sie hier aufrufen

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