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Lockdown & Schulabsentismus

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Schulabsentismus bezeichnet das Phänomen, dass Kinder und Jugendliche der Schule wiederholt und über längere Zeiträume fernbleiben. Neben Erkrankungen kann es für Fehlzeiten vielfältige Ursachen geben. Sie reichen von Überforderung, Mobbing bis hin zu Fällen, in denen Schülerinnen und Schüler durch starke Ängste oder Phobien nicht in der Lage sind, die Schule zu besuchen. Eltern, Lehrkräfte und behandelnde Therapeuten müssen daher aufmerksam, frühzeitig und sensibel auf sich anbahnenden Schulabsentismus reagieren. Da Schulmeidung die Gesamtentwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährdet, ist die schnelle Rückkehr in die Schule wichtig. Dies ist deshalb notwendig, weil jeder Tag von Schulmeidung aus lerntheoretischer Sicht eine „Belohnung“ für das schulmeidende Verhalten darstellt und sich die Problematik damit täglich festigt und chronifiziert.

Vor diesem Hintergrund ist der aktuelle Lockdown und das Distanzlernen ausgesprochen ungünstig und befördert Schulabsentismus bei Kindern und Jugendlichen, die schon vor dem Lockdown eine Tendenz zur Schulmeidung gezeigt haben. Der Lockdown „legitimiert“ nun ihr Vermeidungsverhalten und die Hürde für den regelmäßigen Schulbesuch danach wird noch höher. Daher sollten Eltern und Lehrkräfte diese Schülerinnen und Schüler gerade beim Distanzlernen im Blick behalten.

Eltern sollten keine Zweifel darüber aufkommen lassen, dass sie die Erledigung der schulischen Aufgaben erwarten und dabei unterstützend in Kontakt mit ihrem schulmeidenden Kind bleiben. Feste Abläufe und Zeitstrukturen helfen dabei.

Lehrkräften sind die Schülerinnen und Schüler bekannt, die schon vor der Schulschließung aus Angst oder anderen Gründen den Unterricht nicht oder nur wenig besucht haben. Hier ist es sehr hilfreich, den Kontakt zu diesen Kindern und Jugendlichen gerade im Lockdown zu halten und  möglichst zu intensivieren. „Investieren“ Sie in Beziehung, zeigen Sie Präsenz und fragen Sie, ob sie/er mit dem Stoff klarkommt (vielleicht waren vorher Lücken vorhanden). Nutzen Sie die Chancen der veränderten Kommunikationswege über soziale Medien bzw. Video-Chats. Koordinieren Sie dieses Vorgehen mit den Kolleginnen und Kollegen die ebenfalls diese Schülerinnen und Schüler kontaktieren. Es gilt, die schleichende Entfremdung von der Schule aufzuhalten, indem der Kontakt intensiviert und gepflegt wird. Vor dem Start des Präsenzunterrichts ist es hilfreich, speziell diese Schülerinnen und Schüler ermutigend anzusprechen und auf die Wiederaufnahme des Unterrichts vorzubereiten. Für die vielen Kinder und Jugendlichen die sich auf der Schwelle zur beginnenden Schulmeidung befinden, wäre es sehr hilfreich.

Ausführliche Informationen zu Schulabsentismus können Sie hier aufrufen.

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