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Lehrer oder Eltern: Wer hat recht?

Menschen "konstruieren" Wirklichkeiten - das haben die meisten Lehrkräfte schon gehört und sie können es von der Theorie her akzeptieren. Schwieriger ist es aber offensichtlich, dies in Beratungsgesprächen mit Eltern zu berücksichtigen.

Lehrerin: "Andreas kann sich oft nicht konzentrieren!"

Mutter: "Verstehe ich nicht - zuhause kann er das gut!"

Solche Sequenzen sind oft der Anfang eines unproduktiven Gerangels um die Frage, was "wirklich" ist, bzw. wessen Sichtweise die richtige ist.

Unser Gehirn "konstruiert" Wirklichkeiten in vielfältiger Form. Es ist ein Organ, dass letztendlich dem Ziel dient, unser Überleben zu sichern. Dazu trifft es laufend Entscheidungen, wie  Wahrnehmungen zu interpretieren sind, mit dem Ziel dazu passendes Verhalten in Gang zu setzen. 

Optische Täuschungen sind wunderbare Gelegenheiten nachzuvollziehen, wie unser Gehirn aus begrenzten Informationen "Sinn" konstruiert.

Dazu gibt es eine wunderbare Webseite von Prof. Dr. Michael Bach, der solche Phänomene gesammelt hat und jeweils erklärt.

Wenn die Lehrerin mit der Mutter in einem Beratungsgespräch eine tragfähige Kooperation herstellen möchte, dann empfiehlt es sich, die "Wirklichkeitskonstruktion" der Mutter nicht zu negieren, sondern zu erforschen: "Das ist interessant - erzählen Sie mir mehr davon. Wann genau kann er sich besser konzentrieren?"

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