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Folgen des Lockdown

In den letzten Tagen häufen sich Nachrichten über psychische Folgen der Schulschließungen bei Kindern und Jugendlichen (z.B. Copsy-Studie) verbunden mit Forderungen, Schulen umgehend wieder zu öffnen. Müssen wir davon ausgehen, dass alle Kinder und Jugendliche geschädigt aus der Pandemie hervorgehen? Nein, denn eine solche Schlussfolgerung ist nach Ergebnissen der Resilienzforschung nicht zulässig.  

Menschen können an Herausforderungen wachsen und es ist die Art und Weise wie sie bei Schwierigkeiten denken, fühlen und handeln, die darüber entscheidet, ob sie Krisen einigermaßen unbeschadet meistern.   Oft ist es Ziel von Erwachsenen, Schwierigkeiten und Belastungen von Kindern und Jugendlichen fernzuhalten, in der Annahme, sie seien damit überfordert. Das mag für manche Ereignisse richtig sein, dennoch unterstützt man die psychische Entwicklung von Kindern dadurch, dass man ihnen dosierte Belastungen zumutet, so dass sie Problemlösung erlernen und so ein Gefühl der Selbstwirksamkeit entwickeln. Auch die für den Lebenserfolg notwendige Frustrationstoleranz wird nicht erst im Erwachsenenalter erworben, sondern muss von Kindheit an eingeübt werden. Also sind Schwierigkeiten und Belastungen nicht immer schädlich, sondern der Umgang damit macht den Unterschied.  

Leider wird in aktuellen Studien und Umfragen jedoch deutlich, dass Schüler und Schülerinnen, deren persönliche Lebenssituation bereits vor der Pandemie durch beispielsweise Erwerbslosigkeit der Eltern, angespannte finanzielle Verhältnisse, ein konflikthaftes Familienklima, beengte Wohnverhältnisse, Bildungsferne usw. gekennzeichnet war, jetzt von Schulschließungen und Auswirkungen des Lockdowns stärker betroffen sind. Sie und ihre Familien haben weniger Möglichkeiten, die Folgen zu bewältigen und daher sollte unser Augenmerk auf sie gerichtet sein.  

Zu den vielen Herausforderungen, die Schulen derzeit zu bewältigen haben, wäre dies eine wichtige Aufgabe des schulischen Beratungsteams einschließlich der Schulsozialarbeit: zu reflektieren, welche Schülerinnen und Schüler insbesondere persönliche Ansprache und ermutigende Unterstützung benötigen.  

Dazu unterstützt die Regionale Schulberatungsstelle Lehrkräfte in der täglichen Telefonsprechstunde, durch Videotelefonate und Online-Fortbildungen. Gefragt ist derzeit folgende Online-Fortbildung:

Individuelle digitale Fortbildung zur Telefon- und Videoberatung

Lehrkräfte und weiteres schulisches Personal meistern gerade eine doppelte Herausforderung, nämlich den eigenen Alltag jenseits früherer Routine zu meistern und zeitgleich in einer neuen beruflichen Situation den Fragen und Problemen verunsicherter SchülerInnen und Eltern gerecht zu werden. Da dies immer häufiger mittels Telefon oder per Video geschieht, bietet die RSB Borken digitale Fortbildung zu Besonderheiten der Telefon- und Videoberatung an.

Melden Sie sich bei Interesse in unserem Sekretariat 02861 681 1414 oder auf schulberatung@kreis-borken.de 

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