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Dr. Sascha Borchers zu Mobbing

Es gibt Whatsapp-Gruppen, die nur dazu dienen, sich über einen Schüler oder eine Schülerin lustig zu machen. Manchmal sind diese dann sogar Teil der Gruppe. „Es gibt alle möglichen Spielarten, wie Schülerinnen und Schüler gemobbt werden: ausgrenzen, beleidigen, beschimpfen oder körperliche Gewalt mit dem Ziel, eine Gruppe auf Kosten eines Einzelnen zu stärken“ erklärt Dr. Sascha Borchers, Schulpsychologe der Beratungsstelle des Kreises Borken und Fachbeauftragter für die Bezirksregierung Münster. Als Schulpsychologe unterstützt er mit seinem Know-how Schulleiter, Lehrkräfte, Eltern und Schüler vor Ort. Er berät Schulen zu Themen wie Gewalt- und Krisenprävention und Soziales Miteinander, damit sie in schwierigen Situationen wissen, wie sie handeln sollen. Als Fachbeauftagter der Bezirksregierung Münster hat er einen Überblick über den Regierungsbezirk und berät die Schulaufsichtsbehörde in allen Belangen der Schulpsychologie. Dr. Sascha Borchers im Interview:

Wie entsteht Mobbing?

Dr. Sascha Borchers: „Mobbing hat stark mit einer Verunsicherung der Gesellschaft und fehlender sozialer Normen zu tun. Wir Menschen sind soziale Wesen und definieren uns immer in Bezug auf andere Menschen. Deswegen sind interaktionale Prozesse mit Menschen so wichtig für uns und durch sie kann eine Machtdimension entstehen. Wie kann ich meine Rolle in der Gruppe so steuern, dass sie höher oder besser ist als bei anderen Menschen? – und da komme ich schnell in eine Mobbingstruktur. Wenn es mir als Jugendlicher nicht gelingt, meine Rolle zu definieren – beispielsweise mit Hilfe von sportlicher Leistung, Markenklamotten, Aussehen oder Zugang zu Computerspielen, dann suche ich mir Alternativen. Schnell merke ich, das funktioniert, in dem ich andere abwerte. Das ist allerdings noch keine Mobbingstruktur, sondern eine Vorstufe davon.“

Wann wird es zu einer Mobbingstruktur?

Dr. Sascha Borchers: „Verhärten sich diese Strukturen, wird das Verhalten zum Mobbing. Es hat viel etwas mit sozialer Norm zu tun. Wenn ich sage: Ich bin gut, mache alles richtig und du bist schlecht oder du machst alles falsch, werte ich den anderen ab und definiere die Norm. Machen dann andere Personen mit, erhalte ich eine Machtrolle. Spätestens ab diesem Punkt sind die Erwachsenen und Lehrkräfte gefragt. Erwachsene und Lehrpersonen müssen diese sozialen Normen bestimmen. Das können die Kinder nicht bestimmen. Sie können daran mitarbeiten, aber ich kann sie die Normen nicht alleine bestimmen lassen.“

Quelle: Bezirksregierung Münster

Ganzes Interview hier aufrufen

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