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Corona und psychischer Stress

Im Zusammenhang mit dem Corona-Virus und den getroffenen Maßnahmen wird derzeit viel von Sorgen, Ängsten, depressiven Symptomen und Stress berichtet, die Erwachsene, Kinder und Jugendliche erleben. Man muss davon ausgehen, dass diese tatsächlich auftreten - aber betrifft dies alle Menschen in gleichem Maße?

Die Widerstandskraft, mit der Menschen psychischen Belastungen begegnen, nennt die psychologische Forschung Resilienz. Die Resilienzforschung zeigt, dass Menschen große Fertigkeiten entwickeln können, auch mit starken Belastungen zurechtzukommen.

"Erste eigene Untersuchungen, die wir zusammen mit Professorin Cornelia Betsch von der Universität Erfurt (COSMO-Studie) in der aktuellen Krise an mehr als 3.000 Personen der deutschen Bevölkerung durchgeführt haben, haben gezeigt, dass der größere Teil der Bevölkerung der Meinung ist, sich in der aktuellen Krise nicht unterkriegen lassen zu wollen und in der Lage zu sein, für sich Wege zu finden, mit der Krise umzugehen. Auch die eigene Einschätzung der Resilienz, nämlich sich schnell nach Krisen wieder zu erholen und einen Zustand der psychischen Stabilität zu erreichen, wird in der gegenwärtigen Krise allgemein nicht als geringer eingeschätzt als sonst. Am ehesten scheinen noch Menschen unter 40 Jahren in ihrer Resilienz beeinträchtigt zu sein, während ältere Menschen über 70 Jahren ihre Fähigkeit der Stressbewältigung sogar noch höher einschätzen als in früheren Studien vor der Krise." (Forschung & Lehre)

"Das Lernen zu Hause kommt bei Kindern und Jugendlichen gut an, auch wenn ihnen der Austausch mit den Mitschülern und Lehrkräften extrem fehlt. Etwa 3,5 Stunden lernen Schülerinnen und Schüler nach eigenen Angaben pro Tag, sie tun das überwiegend strukturiert und sehen sich dabei technisch gut aufgestellt." (Stiftung Telekom)

"Über die psychischen Faktoren, die in der gegenwärtigen Krise Stabilität vermitteln, wissen wir noch zu wenig. Erste Hinweise haben wir allerdings aus einer eigenen Befragung an 5.000 Personen der europäischen Bevölkerung erhalten. Hier zeigt insbesondere die Fähigkeit, in der aktuellen Krise etwas Positives zu sehen, für die Resilienz der Personen entscheidend zu sein." (Forschung & Lehre)

"Krise als Chance" - "Was ist das Gute am Schlechten?" - "Auch mal das Positive sehen" solche Schlagwörter wollen wir oft nicht hören, wenn es uns nicht gut geht. Dennoch sagt uns die Forschung, dass es anscheinend diese Fähigkeiten sind, die Menschen psychisch widerstandsfähiger machen: Sich darauf zu besinnen, was man geschafft hat, der neuen Situation das abgewinnen, was funktioniert und die Geduld, unklare Situationen zumindest zeitweise auszuhalten.

Wir müssen also nicht davon ausgehen, dass alle Menschen im Kontext einer Krise psychische Belastungen oder Symptome entwickeln. Wenn Sie als Eltern oder Lehrkräfte dennoch Zweifel haben, wie es Ihrem Kind oder Ihrer Schülerin / Ihrem Schüler geht, rufen Sie uns bitte an.

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