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Bekommen Mädchen bessere Schulnoten?

In der schulpsychologischen Praxis hören wir öfter von Jungen, dass Mädchen es in der Schule leichter hätten und auch von Lehrkräften bei der Notengebung einen Bonus bekämen. Was ist da dran?

Dabei stellt sich zunächst die Frage, ob solche unterschiedliche Benotung tatsächlich empirisch belegt ist.

Diese und weitere Fragen untersucht die Metaanalyse "Gender Differences in Scholastic Achievement: A Meta-Analysis"  auf der Basis von mehr als 500 Studienergebnissen, zu denen mehr als eine Million SchülerInnen und Studierende beigetragen haben.

Die Ergebnisse werden dargestellt von Clearing House Unterricht.

In ihrer Metaanalyse zeigen die AutorInnen, dass Schülerinnen und Studentinnen insgesamt signifikant bessere Noten erhalten als Schüler und Studenten. In den sprachlichen Fächern und in den Sekundarstufen fallen diese Unterschiede deutlich höher aus. Selbst in Mathematik liegen die Schulnoten von Schülerinnen noch gering über denen von Jungen.

Interessant ist: Bei standardisierten Messverfahren, wie sie etwa bei PISA  zum Einsatz kommen, erbringen Jungen vor allem in den MINT-Fächern gleichwertige Leistungen oder sogar etwas bessere Leistungen als Mädchen.

Wie erklärt man diese Unterschiede? Die deutschen Autoren schreiben vorsichtig: "Aktuell kann man nur vermuten, dass die Notengebung und die unterschiedlichen Interaktionen in Schule und Unterricht, die mit der Benotung in Verbindung stehen, maßgeblich zu solchen Unterschieden beitragen."

Eine andere Studie formuliert: "Zusammengefasst ergibt sich Evidenz dafür, a) dass Jungen bei gleichen Kompetenzen schlechtere Noten erreichen als Mädchen und deshalb seltener in höhere Bildungslaufbahnen einmünden, und b) dass die besseren Noten von Mädchen durch ihre höheren überfachlichen Kompetenzen, im Besonderen ihre bessere Selbstorganisation eigener Lernprozesse und ihr an schulische Anforderungen besser angepasstes Sozialverhalten, erklärt werden können, nicht aber für die These, c) dass der hohe Anteil von Frauen unter den im Bildungssystem Beschäftigten zu einer Benachteiligung von Jungen führen würde."

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