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Lenkungskreis Krisenprävention / Krisenintervention

Spätestens seit den Amoktaten in Erfurt, Emsdetten und Winnenden beherrscht das Thema Gewalt viele Diskussionen rund um die Situation von Schulen. Um ähnliche Krisen zu vermeiden bzw. darauf noch besser vorbereitet zu sein, haben der Kreis Borken, die Polizei, die Regionale Schulberatungsstelle und das Schulamt für den Kreis Borken einen Lenkungskreis zur Krisenprävention und -intervention an Schulen gegründet. Das Gremium führt die Initiativen von Schulaufsicht, Polizei und Schulpsychologie zu einer effektiven Krisenvermeidung und -bewältigung zusammen.

„Die schwere, zielgerichtete Gewalt, die wir in den vergangenen Jahren an einigen deutschen Schulen erlebt haben, hat zu großen Unsicherheiten geführt", berichtet der Leiter der Regionalen Schulberatung für den Kreis Borken, Michael Sylla. „Insbesondere bei Lehrerinnen und Lehrern haben die Ereignisse viele Fragen aufgeworfen und einen großen Bedarf für Fortbildungen gezeigt." Der Lenkungskreis hat deshalb ein gemeinsames Präventions- und Fortbildungskonzept erarbeitet. Außerdem arbeiten die Partner daran, ihr Vorgehen bei akuten Krisensituationen in Schulen noch besser abzustimmen.

Landrat Dr. Kai Zwicker begrüßt die Gründung des Lenkungskreises ausdrücklich. „Wir müssen alles tun, um unsere Schulen zu stärken. Wir dürfen Jugendliche nicht mit ihren Problemen allein lassen und müssen vor allem Lehrerinnen und Lehrer fit machen, damit sie früh erkennen, wo sich eine krisenhafte Entwicklung abzeichnen könnte."

Das Innenministerium und das Schulministerium des Landes haben in den vergangenen Jahren bereits Initiativen ergriffen, um Polizei und Schulen vorzubereiten und für die Prävention zu sensibilisieren. So haben alle Schulen im Jahr 2007 verbindliche Notfallpläne erhalten. Sie sehen u.a. die Bildung innerschulischer Krisenteams vor. Und auch die Schulaufsicht, die Polizei und die Schulpsychologen im Kreis Borken haben zahlreiche Aktivitäten in die Wege geleitet, um ähnliche Krisen im Kreis Borken möglichst zu vermeiden.

Lenkungskreis zieht Bilanz

Lenkungskreis Krisenintervention zieht Bilanz

Nach einem Jahr Arbeit zog der Lenkungskreis im März 2011 gemeinsam mit dem Landrat und einer Vertreterin der Bezirksregierung Münster Bilanz. „Wir sind mit Gründung des Lenkungskreises Krisenprävention und -intervention schon ein wenig in der Vorreiterrolle, denn dieses systematische Zusammenwirken unterschiedlicher Institutionen ist beispielhaft“, betonte Landrat Dr. Kai Zwicker.

Der Leitende Polizeidirektor Alfred Bernitzke beurteilt vor allem die Zusammenführung der verschiedenen Sichtweisen von Psychologie, Pädagogik und Polizei als gewinnbringend. „Aus Sicht der Polizei ist die Arbeit des Lenkungskreises eine sehr fruchtbare Kooperation, von der alle Beteiligten profitieren.“

Die Mitglieder des Lenkungskreises haben im ersten Jahr die verschiedenen Herangehensweisen abgeglichen und ein gemeinsames Handlungskonzept formuliert. Ergebnis ist der Leitfaden „Krisenprävention und -intervention“, der inzwischen an alle Schulen des Kreises verteilt worden ist. Auf dieser Basis hat der Lenkungskreis zahlreiche Fortbildungen für die innerschulischen Krisenteams durchgeführt. Insgesamt 40 weiterführende Schulen sind bereits mit Schulungen für Lehrerinnen und Lehrer erreicht worden.

„Unsere gemeinsame Philosophie ist, dass Sicherheit und Gewaltvorbeugung an Schulen ein pädagogisches Handeln erfordern“, erläuterte Schulamtsdirektorin Ulrike Schwarz. Ziel sei es, in den Schulen eine „Kultur des Hinsehens“ zu entwickeln. Die Arbeit im Lenkungskreis habe auch dazu geführt, dass Polizei, Schulpsychologie und Schulaufsicht im einzelnen Krisenfall sehr eng zusammengearbeitet hätten.

Die Bezirksregierung zeigte sich äußerst zufrieden mit der Arbeit des Gremiums. „Wir freuen uns sehr, dass der Lenkungskreis unsere Ziele bei der Krisenvorbeugung und Krisenbewältigung an Schulen so vorbildlich in der Region unterstützt“, betonte die zuständige Dezernentin, Regierungsschuldirektorin Sigrid Mathia-Noreikat. Eine Befragung der Bezirksregierung zur Umsetzung der Notfallpläne an den Schulen hatte für den Kreis Borken gute Ergebnisse erbracht.

„Wir werden uns aber nicht auf diesem Ergebnis ausruhen, sondern unsere Bemühungen in diesem Jahr mit konkreten Zielen fortsetzen“, erklärte der Leiter der Schulpsychologischen Beratungsstelle im Kreis Borken, Diplom-Psychologe Michael Sylla

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