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Krisenteamarbeit an Schulen

Dr. Frank Robertz

Rund 140 Pädagoginnen und Pädagogen, Fachkräfte der Jugendarbeit sowie Polizeibeamte aus dem ganzen Kreis Borken informierten sich über den Aufbau und die Tätigkeit sogenannter „Krisenteams" an Schulen. Eingeladen zu dieser besonderen Fortbildungsveranstaltung im Borkener Kreishaus hatte die Regionale Schulberatungsstelle der Kreisverwaltung. Als kompetenten Referenten konnte sie den Berliner Kriminologen und Sozialpädagogen Dr. Frank J. Robertz vom dortigen Institut für Gewaltprävention und angewandte Kriminologie gewinnen.

Der Einsatz eigener „Krisenteams" bringe den Schulen keine zusätzlichen Belastungen, sondern biete ihnen vielmehr neue Chancen für ein positives, gewaltfreies und damit lernfreundlicheres Klima. Das unterstrich der Experte gleich zu Beginn seiner Ausführungen. Schließlich kümmere sich ein solches Gremium um alle Formen „alltäglicher Schulgewalt". Dazu zählte er beispielsweise Mobbing, Erpressung und die Androhung von Gewalt sowie Schlägereien. „Ein Krisenteam setzt sich in der Regel aus fünf bis sieben Personen einer Schule zusammen", skizzierte Dr. Robertz das Gremium und unterstrich: „Mitmachen sollten besonders engagierter Lehrer und ggf. dort tätige Schulsozialarbeiter, aber auch der Hausmeister könnte dabei sein."

Zwei gleichermaßen wichtige pädagogische Aufgaben maß der Referent dem Team zu: „Zum einen geht es um Gewaltprävention." Ziel sei es, auf eine für Schülerschaft wie Lehrerkollegium offene und angstfreie Atmosphäre hinzuwirken. Das zahle sich aus und erleichtere die Vermittlung des Unterrichtsstoffes ungemein. „Zum anderen hat sich das Team natürlich um ganz konkrete innerschulische Krisensituationen zu kümmern", machte Dr. Robertz deutlich. Dazu zählte er Gewalttaten im weitesten Sinne und auch außergewöhnliche Situationen, wie beispielsweise den plötzlichen Tod eines Mitschülers oder Lehrers, der traumatisierend wirken könne.

Das Krisenteam werde beratend tätig und unterstütze damit die jeweilige Schulleitung genauso wie einzelne Lehrer, die zum Beispiel vor der Frage stehen, „ob ein verhaltensauffälliger Schüler wohl aus dem Ruder laufe", so der Referent. Außerdem halte das Team Verbindung zu externen Fachleuten, die erforderlichenfalls kurzfristig Hilfestellung geben können. Anhand einer konkreten Fallbeschreibung machte Dr. Robertz dann deutlich, wie er sich die Rolle von Krisenteams in der Praxis vorstelle.

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