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Gesprächsführung

Das (Beratungs-) Gespräch ist in der Schule wohl die am häufigsten genutzte Methode. Auf dieser Seite finden Sie einige Hinweise, wie Sie Gespräche effektiver und vielleicht auch entspannter führen können. Die häufigste Gesprächskonstellation bei Schulproblemen dürften Elterngespräche sein.

Dazu ist sehr hilfreich: "Das Elterngespräch in der Schule" von den Schulpsychologen Hennig/Ehinger. Dieses Werk sollte in keiner Lehrerbibliothek fehlen. Reinhold Miller wünscht, dass "Elternhaus und Schule nicht ins Gerede, sondern ins Gespräch kommen" (siehe Download). Die folgenden Hinweise können Ihnen dabei helfen.

Über den Erfolg eines Gespräches entscheidet häufig die Vorbereitung. Damit ist nicht eine zeitraubende Vorbereitung gemeint, sondern die Notwendigkeit, die Grundvoraussetzungen des Gespräches kurz zu reflektieren. Gehen Sie nicht mental unvorbereitet in ein Gespräch, sondern versuchen Sie zu antizipieren, was auf Sie zukommt! Unterschätzen Sie nicht die äußeren Rahmenbedingungen (Raum, Zeit, Ruhe), sie prägen das Klima stark mit. Überlegen Sie gut, wen Sie zum Gespräch einladen. Zur Zeit wird häufig der sogenannte "Runde Tisch" als Gesprächsform bei Problemen empfohlen: alle an dem Problem beteiligten Personen werden eingeladen. Das ist "systemisch" gedacht zwar ein richtiger Ansatz, überfordert aber die meisten Berater. Eine solche Runde setzt oft eine Dynamik frei, die schwer zu kontrollieren ist und manchmal noch mehr "Scherben" erzeugt. Einzelgespräche sind wesentlich einfacher zu führen. Die Art und Weise der Gesprächseinladung ist für das weitere Gesprächsklima von großer Bedeutung. Auch wenn Sie den von Hennig/Ehinger verwendeten Kundenbegriff ablehnen, sollten Sie sich über die Gestaltung der Gesprächseinladung Gedanken machen.

Überlegen Sie weiterhin, in welcher Rolle Sie das Gespräch führen wollen (z.B. Schulleitung, Kollege, Klassenlehrer, Beratungslehrer, Fachlehrer usw.). Machen Sie sich auch klar, welche Zielsetzung Sie verfolgen und überprüfen Sie, ob es realistische Ziele sind.

Die Zeitdauer eines (Beratungs-) Gespräches sollte 40 - 50 Minuten nicht überschreiten. Länger andauernde Gespräche werden im Ergebnis nicht besser - eher schlechter.

Versuchen Sie im Gespräch einen hilfreichen Verlauf zu realisieren. Die Struktur hilft, sich nicht in Problembeschreibungen zu verlieren, sondern konstruktive Gesprächsanteile wie Ziel- und Lösungsorientierung zu erreichen.

Erfolgreiche Gespräche gelingen nur, wenn Sie die Kooperation der Eltern herstellen können. Es ist wichtig, einzuschätzen, in welcher emotionalen Verfassung und mit welchem Anliegen Ihre Gesprächspartner kommen. Dazu kann Ihnen die von Steve De Shazer getroffene Unterscheidung von "Klagenden", "Besuchern" und "Kunden" helfen. Als Faustregel gilt: "Klagende" nehmen keine Beratung an. Die Kunst besteht darin, aus "Klagenden" "Kunden" zu machen. Dazu kann eine weitere Unterscheidung hilfreich sein: In welcher Phase der Veränderung befindet sich Ihr(e) Gesprächspartner(in) ? Es macht wenig Sinn, mit einer Person die ein Problem leugnet, über Zielvereinbarungen zu sprechen.

Die Kooperationsbereitschaft von Menschen wird erhöht, wenn sie in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden. Wie im Unterricht, gibt es auch bei Gesprächen sogenannte "Sternstunden". In ihnen gelingen bestimmte Gesprächshaltungen wie Empathie und Lösungsorientierung. Ein wesentlicher Punkt ist auch, dass Sie Ressourcen der Menschen herausarbeiten und nicht bei Problembeschreibungen stehen bleiben. Dies bedeutet konkret, dass Sie in jedem (Problem-)Gespräch auch funktionierende Anteile und/oder Stärken von Schülern und Eltern ansprechen sollten.

 

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