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Eltern klagen an
24.03.10

Die Kommunikation zwischen Lehrer und Eltern gipfelt immer öfter in juristischen Auseinandersetzungen. Sind die Eltern sensibel, im Recht oder überkritisch?

Als Ursache für die gesteigerte Sensibilität der Eltern können viele Gründe geltend gemacht werden. Die wirtschaftliche Lage oder die latent schlechten Ergebnisse der PISA-Studie, die verunsichern und Zukunftsangst begünstigen. Der Philologen-Vorstand nimmt eine "Klimaveränderung" wahr: "Die kritische Haltung gegenüber Schule hat zugenommen. Eltern sehen Schule stärker als Dienstleistung an." Auch die Unzufriedenheit mit der Bildungspolitik schlage sich in den Klagen nieder. "Wer kritisch gegenüber dem G8-Bildungsweg an Gymnasien ist, zweifelt auch schneller mal andere schulische Entscheidungen an", so Meidinger.

Dr. Werner Sacher, Professor für Schulpädagogik an der Universität Erlangen, fordert eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Eltern: "Ohne Unterstützung des Elternhauses kann die Schule ihre Erziehungs- und Unterrichtsaufgabe nicht mehr leisten. Allerdings gleicht die Elternarbeit bislang einem bloßen Aktionismus. Es fehlt in Deutschland an Erfahrung und Theorie."

In seinem Buch Elternarbeit zeigt er Möglichkeiten auf, wie ein Elterntraining, die Elternmitarbeit im Unterricht oder die Mitbestimmung der Eltern. Er legt Wert auf differenzierte Elternarbeit, die schicht- und migrationsspezifisch ist, sogar auf eine geschlechtsspezifische Elternarbeit und auf eine für schwer erreichbare Eltern. Durch die Änderung des Schulrechts in Bayern ist die Mitwirkung des Elternbeirats bereits stärker verankert worden. Häufig ist Elternwille zustimmungsrelevant. Bei der Planung von Klassenfahrten oder Wahlunterricht muss der Elternbeirat vorinformiert oder mit einbezogen werden. Organisatorisch erschwert das für viele Schulen den Aufwand, beispielsweise, wenn Eltern über die Stundenplanung informiert werden sollen, die Lehrerzuweisung noch nicht steht, und im kommenden Schuljahr alles ganz anders kommt.

Quelle: Die Zeit

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