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Wieso Schulpsychologen jede Menge zu tun haben
16.01.12

So schrecklich der Anlass auch war: Die wichtige Arbeit der Schulpsychologen im Südwesten hat der Amoklauf von Winnenden stärker ins Blickfeld gerückt. Im Rekordtempo werden im Moment zusätzliche Stellen geschaffen, und zum ersten Mal in Deutschland werden sich an der Universität Tübingen bald Professoren und Studenten ausschließlich mit Schulpsychologie beschäftigen.

Der Bedarf ist da - nicht nur nach extremen Ereignissen wie einem Amoklauf. Der Alltag werde für Schüler und Lehrer immer stressiger, und das sorge für immer mehr Konflikte in den Schulen, sagt der Vorsitzende des Schulpsychologenverbands, Wolfgang Ehinger.

Viele Jahre lang haben die Schulpsychologen in Baden-Württemberg ein Nischen-Dasein geführt. Im Bundesländervergleich belegte der Südwesten regelmäßig hintere Ränge. Um 39 000 Kinder habe sich jeder Schulpädagoge rein rechnerisch vor einigen Jahren noch kümmern müssen, erzählt Ehinger. Dabei sind sich Schulen und Wissenschaftler längst einig, welche Bedeutung den Fachleuten zukommt.

»In den Schulen werden Probleme von Kindern und Jugendlichen am ehesten auffällig, weil dort alle Kinder sind«, sagt der Tübinger Psychologie-Professor Martin Hautzinger. Nirgendwo sonst sei es so leicht, Kinder zu identifizieren, die verhaltensauffällig sind, Leistungsstörungen oder Probleme in der Familie haben.

Quelle: Reutlinger Generalanzeiger

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