Zurück zur Startseite

Hauptmenü | Haupttext | Sprachauswahl | Infoboxen

Hauptmenü

Schüler bewerten Lehrer – ohne Hass und Rache
19.02.10

An der Peter-Vischer-Schule gibt auch für Lehrer Zwischenzeugnisse – verfasst von ihren Schülern. Seit Jahren macht man hier mit der freiwilligen Lehrerbewertung gute Erfahrungen. Nachahmer lassen jedoch auf sich warten.

Joe, 17 Jahre alt und Schüler der Gymnasialklasse Q 11 der Peter-Vischer-Schule (PVS), darf die Qualitäten seiner Lehrer benoten, schon seit der fünften Klasse. Das heißt: Lehrer, die das wollen. 40 Prozent der Lehrer, schätzt er, machen mit bei der freiwilligen Maßnahme. Junge wie alte.

Meist am Ende des ersten Halbjahrs verteilen die Pädagogen die Formulare, die im Lehrerzimmer ausliegen, oder sie bringen selbst entworfene mit. Manche lassen die jüngeren Schüler auch selbst Zeugnisse schreiben. Die Jugendlichen bleiben anonym. Seit zehn Jahren gibt es diesen Brauch an der städtischen Peter-Vischer-Schule mit ihren 113 Lehrern – in diesem Ausmaß eine Seltenheit.

Nur zögerlich und vereinzelt öffnen sich die Kollegien in Bayern dieser Form von Qualitätskontrolle, obwohl deren Aussagekraft das umstrittene Lehrerbewertungs-Internetportal «Spickmich» in puncto Seriosität abhängt. Lehrer, die gegen «Spickmich» vor Gericht zogen, weil sie ihre Persönlichkeitsrechte durch halb öffentliche Verunglimpfungen verletzt sahen, verloren bisher.

Thüringen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen setzen dem missliebigen Portal ein wissenschaftlich fundiertes entgegen: «Schüler als Experten für Unterricht», kurz SEfU, gewährt streng nur Schülern und ihren Lehrern Zugriff, lässt aber auch Humor vermissen. Bei den Kindern bleibt «Spickmich» beliebt; über das Portal «SchuelerVZ» ist es weitverbreitet. Auch Joe Ploog bewertet im Netz seine Lehrer – was für ihn die Schwarz-auf-Weiß-Variante im Klassenzimmer aber nicht ausschließt.

Quelle: Nürnberger Zeitung

Ganzer Artikel hier

 


« Zurück