Sprachentwicklungsstörungen am ausgeprägtesten
37,8 Prozent der Jungen und 29,6 Prozent der Mädchen erhielten in diesem Alter eine entsprechende Diagnose. Das habe dazu geführt, dass bei 19,8 Prozent der Jungen und 14,2 Prozent der Mädchen eine logopädische Behandlung verordnet worden sei. Die Barmer GEK habe allein dafür 70 Millionen Euro ausgegeben.
„Die Sprachentwicklungsprobleme sind extrem schichtengebunden. Sie entstehen vor allem bei Kindern aus bildungsfernen Schichten und bei Kindern mit Migrationshintergrund“, sagte Ulrich Fegeler, Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Ursache dafür seien keine Intelligenzdefizite, sondern eine Anregungsarmut, die auch zu Defiziten im sozialen Verhalten, in kognitiven Fähigkeiten oder zu einer Ausbildung von Adipositas führen könne. Die Ärzte seien mit ihrem Latein ohnehin am Ende. „Das einzige, was wir tun können, ist, die Kinder zum Logopäden zu überweisen“, so der bvkj-Sprecher. „Damit berühren wir aber nur die Spitze des Eisbergs. Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, müssen wir viel früher ansetzen und die Kinder systematisch in Kitas fördern.“
Quelle: Deutsches Ärzteblatt
