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LRS: Informationen für (Beratungs-)Lehrkräfte

Lehrkräfte und Beratungslehrkräfte sollten speziellere Kenntnisse zur Thematik LRS haben. Dazu gehört natürlich die genaue Kenntnis des LRS-Erlasses. Der Erlass in NRW ist ein "pädagogischer" Erlass, der die Fördernotwendigkeit bei allen lese-rechtschreibschwachen Schülerinnen und Schülern hervorhebt - unabhängig von möglichen "Diagnosen".

Zur  gültigen Erlasslage /  Förderverpflichtung der Schulen: hier klicken

Bayern ist einen anderen Weg gegangen. Der bayrische Erlass folgt dem "medizinischen Modell" der Legasthenie und unterscheidet "Legasthenie", "Lese-Rechtschreibschwäche" u. "LRS bei allgemeiner Minderbegabung". Eine solche Unterscheidung birgt ihre eigenen Probleme. Wer kann sicher diese Differenzen feststellen und was bedeutet das für die Förderung?   Der Schulpsychologe Sommer-Stumpenhorst und Frau Professor R. Valtin beispielsweise lehnen eine solche diagnostische Unterscheidung ab und fokussieren die hilfreiche Förderarbeit bei LRS.

Die Schulpsychologin Dr. H. Ulbricht hat vor dem Hintergrund des bayrischen Erlasses in einem Referat: "LRS und Legasthenie" die unterschiedlichen Definitionen erklärt und fasst damit Forschungsrichtungen zusammen. Sogenannten "medizinischen Denkmodellen", die Legasthenie z.B. auf genetische Defekte zurückführen, stehen "pädagogische Konzepte" gegenüber, die LRS aus einem dysfunktionalen Wechselspiel zwischen individuellen, familiären und schulischen Faktoren erklären. Fazit der Debatte: kein Modell ist bisher dem anderen überlegen - beide Modelle stehen gleichwertig nebeneinander! Ein gute Zusammenfassung des Diskussionsstandes findet sich auch in einer Empfehlung von Prof Brügelmann an die KMK.

Ein "Klassiker" ist das Buch von Dieter Betz / Helga Breuninger "Jedes Kind kann schreiben lernen". Den Autoren kommt der Verdienst zu, schon früh (1. Auflage 1982) auf die systemische Sichtweise bei LRS aufmerksam gemacht zu haben. Das Buch ist nach wie vor empfehlenswert, weil es entsprechend viele Ansatzpunkte bei der Förderung berücksichtigt. Hilfreich ist es für (Beratungs-) Lehrer zur Vorbereitung der Elternberatungen bei LRS.



Lesen Sie auch hier:

LRS / Legasthenie

 



Weitere Infos im WWW:

 

Dürfen Schüler schreiben wie sie sprechen? Darüber streiten Eltern mit Lehrern und Pädagogen untereinander. Die Berliner Autorin Gerlinde Unverzagt beklagt, dass ihre Kinder in der Grundschule "freies Schreiben" lernten: Sie könnten ungehemmt drauflos schreiben, Fehler sollten auf keinen Fall korrigiert werden, habe die Lehrerin beim ersten Elternabend verkündet...